
Lyn ist eine unserer Lipödem Heldinnen – und jemand, der sehr klar benennen kann, wie sehr körperliche Veränderungen den Alltag beeinflussen. Nach ihren Liposuktionen an den Beinen wurde etwas für sie immer präsenter: ihr Bauch.
Nicht, weil es plötzlich „nur um Optik“ ging, sondern weil der Bauch sie spürbar einschränkte. Bücken, Schuhe binden, sogar kleine Momente mit ihrem Sohn wurden zur Herausforderung. Der Leidensdruck lag für Lyn nicht in einer Zahl auf der Waage, sondern in der Lebensqualität.
Dieser Erfahrungsbericht erzählt ihren Weg zur Bauchdeckenstraffung nach einer Bauch-Liposuktion im Jahr zuvor – ehrlich alltagsnah und mit dem Raum, den es für Emotionen, Zweifel und Learnings braucht.
Hinweis:
Dieser Artikel beschreibt Lyns persönliche Erfahrungen. Medizinische Entscheidungen und Heilungsverläufe sind individuell und sollten immer ärztlich begleitet werden!
Erfahren Sie mehr über Lyn und ihren Weg mit dem Lipödem in unserem Blogartikel: "Das Leben mit dem Lipödem - Lyns Geschichte"
Ausgangssituation: Als der Bauch zum zentralen Thema wurde
Der Wunsch nach einer Entfernung überschüssiger Haut verfestigte sich bei Lyn, als sich ihr Körpergefühl durch die vorherigen Eingriffe veränderte. Nach den Liposuktionen an den Beinen wirkte der Bauch im Verhältnis für sie „immer präsenter“ und „immer dicker“. Was sie daran am meisten belastete, war nicht das Spiegelbild – sondern die Einschränkung im Alltag.
„Am belastendsten war die massive Bewegungseinschränkung. Einfache Dinge wie Bücken oder Schuhe binden waren kaum möglich.“
Ein Schlüsselmoment war für sie ein Karnevalszug mit ihrem Sohn: Lyn war körperlich nicht in der Lage, die Bonbons vom Boden aufzuheben.
„Das war ein furchtbares Gefühl, das ich vor den Liposuktionen so nicht kannte.“
Dazu kamen wunde Stellen in Hautfalten, die sie regelmäßig pflegen musste – und ein Unterschied im Umfang, der sie selbst überraschte: Trotz Gewichtsabnahme hatte sie am Bauch 20 cm mehr Umfang.
Nach der Bauch-Liposuktion: Erleichterung – und trotzdem blieb etwas
Im vergangenen Jahr ließ Lyn eine Bauch-Liposuktion durchführen, die spürbare Erleichterung brachte: „Schuhe binden und Bücken klappte wieder problemlos.“
Gleichzeitig blieb die Haut in den Falten gelegentlich wund – und ein Thema zog sich durch den Alltag: Kleidung.
Lyn beschreibt den Frust greifbar: Während ihr an den Beinen Größe 42 passte, brauchte sie am Bauch oft Größe 44 oder 46. „Es war extrem schwierig, eine passende Hose zu finden.“
Damit wurde der Bauch für sie weiterhin zu einem Bereich, der nicht nur körperlich, sondern auch mental „dauerpräsent“ blieb.
Erfahren Sie mehr zum Lipödem am Bauch und Lyns erfolgter Liposuktion!
Warum Lyn sie für die Bauchdeckenstraffung entschied

Lyns Motivation war körperlich und emotional zugleich.
„Ich wollte endlich wieder ich selbst sein – das „Ich“, das ich seit 27 Jahren nicht mehr gesehen habe.“
Vor allem wünschte sie sich Freiheit im Alltag: „Einfach etwas aus dem Schrank zu nehmen, ohne mich fragen zu müssen: Sieht das mit dem Bauch aus? Kann ich ihn verstecken? Sehe ich aus wie Obelix“
Für Lyn war die OP Teil eines Weges in ein gesundes Leben – auch mental.
„Es ging mir nicht nur um die Optik, sondern darum, meinen Weg in ein gesundes Leben fortzusetzen und auch psychisch zu heilen.“
Vor der OP: Vorfreude, Angst & eine emotionale Achterbahnfahrt
So klar Lyn ihre Motivation beschreibt, so offen spricht sie auch über die Ambivalenz vor der Operation. „Es war eine echte Achterbahnfahrt“, sagt sie. Neben Vorfreude gab es große Angst und Zweifel: „Mache ich das Richtige? Soll ich den großen T-Schnitt wirklich wagen? Was, wenn sich der Bauchnabel entzündet?“
Weil es ihr nach der Liposuktion schon besser ging, fragte sie sich zwischendurch, ob diese große OP wirklich nötig sei. Doch immer wieder war der innere Impuls eindeutig: „Mach das. Zieh durch.“
Kurz vor der OP kamen Angsttränen. Eine Schwester hielt ihre Hand, bis sie eingeschlafen war – ein Moment, an den Lyn heute noch dankbar zurückdenkt. Und rückblickend sagt sie: „Jetzt bin ich heilfroh, den Schritt gewagt zu haben“
Beratung & Vorbereitung: Vertrauen, Planung und ein starkes Netz
Sicherheit entsteht oft durch gute Aufklärung – und durch Vertrauen. Lyn war bereits für ihre Liposuktionen beim Team von Dr. Quambusch in Behandlung und fühlte sich dort gut aufgehoben. Für die Bauchdeckenstraffung wurden ihre Fragen umfassend beantwortet. Das gab ihr Rückhalt – auch wenn Rest-Angst und Aufregung blieben.
Praktisch war die Vorbereitung ein großer Teil des Ganzen. Lyns Mann nahm sich vier Wochen Urlaub, um sie zu versorgen: „Ich konnte anfangs nicht einmal kochen.“
Für die Nächte organisierte sie ein U-förmiges Kissen und ein Heizkissen gegen Nackenschmerzen. Als Seitenschläferin war das Schlafen auf dem Rücken für sie herausfordernd – Rückenschmerzen inklusive. Auch beruflich bereitete sie einiges vor und betont, wie sehr ihr Team sie unterstützte.
Mental war ihr Mann die wichtigste Stütze: Er motivierte sie, sprach ihr Mut zu und erinnerte sie daran, warum sie diesen Schritt geht
Der OP-Tag und die ersten 72 Stunden: zwischen Fluchtgedanken und Erleichterung
Kurz vor der Operation hatte Lyn „Fluchtgedanken“: „Ich wollte es einfach nur noch hinter mich bringen und hatte große Angst vor den Schmerzen.“
Nach dem Aufwachen kam sofort der Impuls, nachzusehen: „Meine erste Reaktion war der Griff zur Decke – ich musste sofort nach meinem Bauch schauen, der dick eingepackt war.“
Was sie dann überraschte: „Überraschenderweise hatte ich so gut wie keine Schmerzen“ – und brauchte im Aufwachraum kein zusätzliches Schmerzmittel. Die Herausforderung lag vor allem in Bewegung und Kraft: „Das Aufstehen war die größte Hürde“. Es ging nur über die Seite und fühlte sich reißend an – „ähnlich wie nach einem Kaiserschnitt, aber nicht ganz so intensiv“.
Auch das Laufen war anstrengend, weil sie zunächst nur gebückt gehen konnte und dadurch starke Rückenschmerzen bekam.
Der erste Blick in den Spiegel

Als Lyn sich das erste Mal im Spiegel sah, war das ein echter Schockmoment: „Das geht doch gar nicht, da ist jetzt viel zu wenig Bauch! Wie soll ich denn damit leben?“
Die Veränderung fühlte sich radikal an – und genau das ist wichtig zu wissen: Selbst gewünschte Veränderungen brauchen oft Zeit, bis sie sich „richtig“ anfühlen.
Und dann kam der Moment, der alles einordnete: Als Lyn später bewusst in den Spiegel schaute, kamen ihr „vor Glück die Tränen“. Für sie war das der klare Punkt: „Das war die richtige Entscheidung.“
Wann es besser wurde – und was Lyn daraus gelernt hat
Nach etwa einer Woche merkte Lyn einen deutlichen Unterschied: Sie war nicht mehr so schnell erschöpft, hatte keine Schmerzen mehr und das Sitzen funktionierte gut.
Ihr größtes Learning: „Man muss sich Zeit geben. Heilung kann man nicht erzwingen.“ Und: Hilfe annehmen ist essenziell. „Man muss lernen, sich darauf einzulassen, abhängig zu sein und um Hilfe zu bitten.“
Narbe, Bauchnabel und Körpergefühl: Respekt und Gewöhnung
Vor der Narbe hatte Lyn großen Respekt. Auch jetzt ist es noch eine Überwindung, die Narben zu Pflegen oder anzufassen – „Aber wir gewöhnen uns langsam aneinander.“
Verunsichert hat sie anfangs vor allem der Bauchnabel. Um objektiv zu bleiben, machte sie jeden zweiten Tag Fotos, um den Heilungsverlauf zu dokumentieren. Das half ihr zu sehen, dass er mit jedem Tag besser aussah. Schwellungen am Bauch hatte sie erwartet, trotzdem fühlte sich der Bereich erst einmal fremd an.
Auch das Körpergefühl veränderte sich: „Mein gesamter Körperschwerpunkt hat sich verlagert.“ Sie musste sich daran gewöhnen, wie es sich anfühlt zu laufen – und merkt gleichzeitig, wie schnell der Körper adaptiert: „Mittlerweile kann ich mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie der Bauch vorher war.“
Kompression als Begleiter: Halt, Sicherheit, Alltagstauglichkeit
Kompression spielte für Lyn eine wichtige Rolle – vor allem die Frage der richtigen Größe. Sie war unsicher, ist aber heute froh, sich für das kleinere Mieder entschieden zu haben, das vor der OP noch nicht zuging: „Jetzt sitzt es perfekt.“
Was ihr am wichtigsten war: leichtes Anziehen. „Das ist das A und O, da man nach der OP ohnehin bewegungseingeschränkt ist.“ Den Druck am Bauch beschreibt sie als weniger extrem nötig als nach einer Liposuktion. Besonders hilfreich empfindet sie die verstellbaren Bauchgurte KPress und KPlus von LIPOELASTIC
Lyn betont außerdem, wie sinnvoll unterschiedliche Modelle je nach Heilungsphase sein können. Aktuell trägt sie ein Mieder mit seitlichem Reißverschluss (VH special Comfort) , weil ein Frontverschluss auf der frischen Narbe drücken würde. Ein anderes Modell kommt später zum Einsatz.
Lyns Fazit: „Es gibt für jede Heilungsphase das passende Mieder – man muss nicht immer dasselbe tragen.“
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Sobald ihre Narben vollständig geschlossen sind, plant Lyn das Narbengel und die Silikonpflaster von LIPOELASTIC zu nutzen. Den restlichen Bauch pflegt sie gerne mit kühlendem Aloe-Vera-Gel.
Fazit: Lyns Weg – und was Sie daraus mitnehmen können
Lyns Bauchdeckenstraffung war kein spontaner Schritt, sondern die Fortsetzung einer Reise, die sie bewusst für sich gewählt hat. Ihre Erfahrung zeigt, wie eng Körper und Kopf zusammenhängen: Es geht um Bewegung, Alltag, Selbstbild – und um die Erlaubnis, sich Zeit zu geben. Sie sprich offen über Ängste, Zweifel und den Schock der Veränderung – und genauso über Erleichterung, Glückstränen und die kleinen Alltagssignale, die sich wie große Siege anfühlen
Ihre Erfahrungen zeigen vor allem eins: Heilung braucht Zeit. Es gibt gute Tage, Meilensteine und Momente der Erleichterung – aber auch Phase, in denen Geduld und Selbstfürsorge wichtiger sind als schnelle Ergebnisse.
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LIPOELASTIC TEAM 

